Bisher nahm man an, dass sich unsere gesamte Erkenntnis nach den Gegenständen richten müsse. Alle Versuche, a priori durch Begriffe etwas über sie auszumachen, wodurch unsere Erkenntnis erweitert würde, scheiterten jedoch unter dieser Voraussetzung. Versuchen wir es daher einmal anders: Anstatt davon auszugehen, dass sich unsere Erkenntnis nach den Gegenständen richtet, nehmen wir an, dass sich die Gegenstände nach unserer Erkenntnis richten. So lässt sich die Möglichkeit einer a priori-Erkenntnis der Gegenstände, die etwas über sie festsetzt, bevor sie uns gegeben werden, besser mit der Metaphysik vereinbaren. Es ist hiermit ebenso wie mit den ersten Gedanken des Kopernikus, der, nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbewegungen nicht gut vorangehen wollte, wenn er annahm, dass sich das gesamte Sternenheer um den Zuschauer dreht, versuchte, ob es nicht besser gelingen würde, wenn er den Zuschauer sich drehen und die Sterne dagegen in Ruhe lassen würde.
KrV B XV (AA III 11f)