Kant und die Möglichkeiten der Erkenntnis

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Zitat deuten Arbeiten Sie die Kernaussage des Textes heraus.
Begriffe sichern Notieren Sie abschließend, welche Inhalte Sie wiederholen möchten.

Aufgabe 1 – Kopernikanische Wende

Bisher nahm man an, dass sich unsere gesamte Erkenntnis nach den Gegenständen richten müsse. Alle Versuche, a priori durch Begriffe etwas über sie auszumachen, wodurch unsere Erkenntnis erweitert würde, scheiterten jedoch unter dieser Voraussetzung. Versuchen wir es daher einmal anders: Anstatt davon auszugehen, dass sich unsere Erkenntnis nach den Gegenständen richtet, nehmen wir an, dass sich die Gegenstände nach unserer Erkenntnis richten. So lässt sich die Möglichkeit einer a priori-Erkenntnis der Gegenstände, die etwas über sie festsetzt, bevor sie uns gegeben werden, besser mit der Metaphysik vereinbaren. Es ist hiermit ebenso wie mit den ersten Gedanken des Kopernikus, der, nachdem es mit der Erklärung der Himmelsbewegungen nicht gut vorangehen wollte, wenn er annahm, dass sich das gesamte Sternenheer um den Zuschauer dreht, versuchte, ob es nicht besser gelingen würde, wenn er den Zuschauer sich drehen und die Sterne dagegen in Ruhe lassen würde.

KrV B XV (AA III 11f)

Aufgabe 2 – Gedanken und Anschauungen

Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind. Daher ist es ebenso notwendig, seine Begriffe sinnlich zu machen (d.h. ihnen den Gegenstand in der Anschauung beizufügen), wie seine Anschauungen verständlich zu machen (d.h. sie unter Begriffe zu bringen).

KrV B 75 (AA III 75)

Aufgabe 3 – Hume und der dogmatische Schlummer

Die Erinnerung an David Hume war es, die mir vor vielen Jahren den dogmatischen Schlummer unterbrach und meinen Untersuchungen im Bereich der spekulativen Philosophie eine ganz andere Richtung gab.

Prolegomena A12 (AA IV 260)

Aufgabe 4 – Kategorien und Erfahrung

Folglich steht alle Synthesis, wodurch selbst Wahrnehmung möglich wird, unter den Kategorien. Da Erfahrung Erkenntnis durch verknüpfte Wahrnehmungen ist, sind die Kategorien Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung und gelten somit a priori für alle Gegenstände der Erfahrung. [...] Die Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung überhaupt sind zugleich Bedingungen der Möglichkeit der Gegenstände der Erfahrung und haben darum objektive Gültigkeit in einem synthetischen Urteil a priori.

KrV B 161 (AA III 125) und 197 (AA III 145)

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